Praxis Dr. Michael M. Hirschl<br>
Eggenstrasse 4, A-3730 Eggenburg<br>
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Pneumothorax

Definition

Luftansammlung im Pleuraraum als Folge eines Luftaustritts über die Pleura visceralis bzw. eines Lufteinstroms durch Brustwand und Pleura parietalis; führt zu teilweisem oder komplettem Kollaps der betroffenen Lunge.

Ursachen

Nach der Genese

  1. primärer (idiopathischer) Pneumothorax
  2. sekundärer Pneumothorax
    • traumatisch
    • bei Lungenerkrankungen (COPD, Emphysem, ARDS, ...)
    • iatrogene Komplikationen (zentrale Venenpunktion, Biopsie, Beatmung, Infiltration)

Symptomatik und Diagnose

Äußerer Pneumothorax: Einsaugen von Luft bei jedem Atemzug durch die Wunde, die bei folgender Ausatmung mit Blut vermischt zum Teil wieder nach außen entleert wird: Atemnot, Schock, Lungenkollaps, Pendelatmen

Innerer Pneumothorax: Direkte Verbindung zwischen Pleuraraum und Bronchialsystem. Luft tritt pleurawärts ein und strömt lungenwärts aus. Erscheinungen weniger stürmisch als bei offenem äußeren Pneumothorax. Zunehmende Atemnot verlangt chirurgisches Eingreifen.

Geschlossener Pneumothorax: Geht durch Verschluss der Lufteintrittspforte in den Pleuraraum aus einem offenen äußeren oder inneren Pneumothorax hervor.
Symptome und Diagnostik

Ventilpneumothorax: Pneumothorax mit ventilartigem Verschluss.
Bei Inspiration (Einatmung) gelangt Luft in den Pleuraspalt, die bei Exspiration (Ausatmung) nicht oder nur unvollständig entweichen kann, so dass ein Überdruck im Brustkorb aufgebaut wird.
Möglich bei allen Pneumothorax-Formen, jedoch überwiegend posttraumatisch, nach Reanimation oder bei maschineller Beatmung.

Spannungspneumothorax: Ständige Zunahme des Druckes in der Brusthöhle infolge eines Ventilpneumothorax. Unterscheidung von äußerem und innerem Spannungspneumothorax.

Symptome und Diagnostik

Sicherung der Diagnose durch die Röntgen-Thoraxaufnahme
Kennzeichen sind:

Komplikationen

Therapie

Akutmaßnahmen

Der bedrohliche Zustand verlangt sofortiges Eingreifen!
Hohlnadel in die Brustwand einstechen und Luft entweichen lassen.
Einstichstelle: 3.-4. Zwischenrippenraum mind. 4 cm seitlich vom Brustbeinrandrand.

Punktionsnadel mit aufgesetztem, abgeschnittenem Handschuh- Fingerling liegen lassen.

Thoraxdrainage

  1. Spontanatmende Patienten:
    Spannungspneu selten. Bei größerem Pneu Entlastung, in jedem Fall mit Ventil (sonst Zunahme des Pneumothorax!). Bei Rezidiven eventuell operative Sanierung.
  2. (Überdruck) beatmete Patienten:
    Spannungspneu häufig, daher rasche Punktion! Initial auch ohne Ventil möglich, dann Versorgung mit Dreikammer-Thoraxdrainage.

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