Praxis Dr. Michael M. Hirschl<br>
Eggenstrasse 4, A-3730 Eggenburg<br>
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Initiales diagnostisches Vorgehen bei Patienten mit Thoraxschmerz

In folgender Tabelle sind die wesentlichen Schmerz-Charakteristika der mit Thoraxschmerz assoziierten Erkrankungen dargestellt. Es ist allerdings mit aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass das Fehlen eines bestimmten Schmerzcharakteristikums niemals als Ausschlusskriterium für eine Erkrankung herangezogen werden darf.

Diagnose Schmerzqualität Schmerzdauer Begleitmerkmale
Angina pectoris Brennend, Drückend Wenige Minuten
Intervallschmerz
belastungsabhängig
Akuter Myokardinfarkt Brennend, drückend und Ausstrahlung in Arm, Kiefer oder Oberbauch Mehr als 20 Minuten
Dauerschmerz
Auch in Ruhe
Peri-Myokarditis
Herzbeutel- od. Herzwandentzündung
scharf Episodenhaft, entwickelt sich über Stunden bis Tage Erleichterung beim nach vorne Beugen
Aortendissektion
Einblutung in die Innenwand der Hauptschlader
Zerreißendes Gefühl "Messerstich" Plötzlich einsetzend Ausgeprägte Hypertonie
Marfan-Syndrom
Pulmonalembolie Stechend und Dyspnoe (Atemnot) Plötzlich einsetzend Häufig atemabhängig
Nikotinabusus
Pneumonie Lungenentzündung Variabel Über Tage zunehmend Fieber
Pneumothorax
Luft im Spalt zw. Lunge und Brustkorb
Reibend und Dyspnoe Plötzlich einsetzend Schmerzmaximum auf der betroffenen Seite
Gallenblasen-Erkrankungen Drückend
Krampfartig
Dauerschmerz bzw. nahrungs-assoziiert Epigastrisch
Refluxerkrankung brennend 10-60 Minuten Postprandial = nach dem Essen

Nach der speziell auf den Thoraxschmerz bezogenen Anamnese ist die Durchführung eines EKGs unbedingt erforderlich. Der Nachweis eines Normalbefundes erlaubt den Ausschluß eines ST-Hebungsinfarktes (STEMI). Weitere diagnostische EKG-Kriterien sind:

Neben dem EKG ist das Thoraxröntgen ein wichtiges früh-diagnostisches Hilfsmittel bei Patienten mit Thoraxschmerz. Mit Hilfe des Throxröntgens können folgende Diagnosen ausgeschlossen bzw. bewiesen werden:

Das Thoraxröntgen liefert keinerlei diagnostische Hilfe bei Patienten mit Pulmonalembolie oder Aortendissektion.

Die weitere diagnostische Aufarbeitung umfaßt die Durchführung von Laboruntersuchungen. Auch hier gilt es jene Parameter zu bestimmen, die zur Diagnose bzw, zum Ausschluß jener Erkrankungen mit der höchsten Frequenz beitragen:

Das weitere differentialdiagnostische Vorgehen umfaßt die Bestimmung des D - Dimers. Dieser Parameter ist im Rahmen thrombo - embolischer Ereignisse signifikant erhöht. Allerdings gibt es eine Reihe weiterer Ursachen, die zu einer Erhöhung des D-Dimers führen können:

In Anbetracht dieser Eigenschaften ist der Parameter D-Dimer ausschließlich zur Ausschlußdiagnose von thrombo-embolischen Ereignissen geeignet. Der Nachweis einer D-Dimer - Erhöhung erlaubt keinerlei Rückschlüsse auf die Ursache der Erhöhung dieses Parameters.

Da in der Differentialdiagnose des Thoraxschmerzes auch gastrointestinale Erkrankungen eine Rolle spielen können, ist die Bestimmung von Leber- sowie Cholestaseparameter indiziert.

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